Vom Sofa aus auf den Kongress: die 56. Jahrestagung der DGSMP 22.-24.09.2021 wird digital!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Kongressteilnehmerinnen und Kongresssteilnehmer,

die 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention ist die erste Tagung in der Geschichte der DGSMP, die digital stattfindet. Dazu begrüße ich Sie herzlich – ganz gleich ob Sie die Tagung von Ihrem Arbeitsplatz verfolgen, sich von ihrem Sofa einwählen oder unterwegs das Geschehen verfolgen.

Und schon sind wir mittendrin im Spannungsfeld: Wir wollen diskutieren, wie unser soziales Miteinander, unsere Gesundheit und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen – sogenannte Megatrends – beeinflusst werden. Megatrends sind Tiefenströmungen des Wandels. Dazu zählen zum Beispiel die Digitalisierung, die demographische Entwicklung, die Individualisierung, die Veränderung der Arbeitswelt, die Globalisierung, der Klimawandel – um nur einige zu nennen.

Die Medizin gehörte bis dato zu den am wenigsten digitalisierten Branchen. Die COVID-19-Pandemie wirkt nun als Trendbeschleuniger: Die Bereitschaft, digitale Lösungen im Gesundheitssystem einzusetzen, ist in der Pandemie bei Ärztinnen und Ärzten und Patientinnen und Patienten gestiegen. Und auch wir haben uns entschieden, den Kongress digital durchzuführen – denn gerade jetzt ist es wichtig, sich zu vernetzen, zu diskutieren und so Engagement für das Soziale in Medizin und Gesellschaft zu zeigen. Es ist eine alte Weisheit: Krisen sind auch Chancen. Das trifft auch für die Corona-Krise zu. Tradiertes kommt auf den Prüfstand, Versäumnisse werden deutlich, Neues bricht sich Bahn. Es ist nun an uns, die Krise zu nutzen, um längerfristig zu einer sozialeren und resilienteren Gesellschaft beizutragen.

Sie alle, ob als Wissenschaftlerin und Wissenschaftler mit neuen Ergebnissen im Gepäck oder als Praxisexperten und Diskutanten machen den Kongress aus. Impulse geben uns zudem unsere Keynote-Speaker, wie der Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Professor Karl Lauterbach, Stigmaforscher Bruce G. Link, Professor für Public Policy und Soziologie an der University of California sowie der Public Health Experte und Demenzpräventionsforscher Sebastian Köhler, Professor an der Universität Maastricht.

Ich freue mich sehr, dass Sie dabei sind!

Ihre
Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller, MPH
Kongresspräsidentin und Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Universität Leipzig

Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller, MPH
Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller, MPH

Die DGSMP-Jahrestagung wird unterstützt durch die Schirmherrschaft von Prof. Dr. Thomas Fabian, Bürgermeister und Beigeordneter Soziales, Gesundheit und Vielfalt der Stadt Leipzig.

Grußwort Prof. Dr. Thomas Fabian

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Kongressteilnehmer,

ich möchte Sie zu Ihrer Jahrestagung herzlich begrüßen!

Leipzig ist eine wachsende Stadt, sie entwickelt sich in vieler Hinsicht gut. Es gab zuletzt über viele Jahre hinweg mehr Geburten als Sterbefälle, und die Arbeitslosenquote ist über 15 Jahre hinweg gesunken - bis zum vergangenen Jahr, dem Beginn der Corona-Pandemie. Die dynamischen und guten Entwicklungen gehen aber auch mit sozialen Widersprüchen einher: Obgleich sich die Zahl der Empfänger von Leistungen der sozialen Mindestsicherung in Leipzig seit Jahren verringert, zeigt eine räumliche Betrachtung Verdichtungen. Zudem hat die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit verstärkt und stellt uns vor neue Herausforderungen.

Im gleichen Zuge hat diese Pandemie uns viel gelehrt und unter anderem unseren Blick wieder auf den öffentlichen Gesundheitsdienst gerichtet. Der Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst bietet nun die Gelegenheit, die Gesundheitsämter für die Bewältigung der gegenwärtigen und nächsten Pandemie zu stärken und eine Grundlage für eine nachhaltige Modernisierung zu legen. Dabei geht es um infektionsepidemiologische Aufgaben, aber auch um sozialkompensatorische, planerische und koordinierende Aufgaben, wie zum Beispiel um Angebote für sozial benachteiligte Familien, bevölkerungsbezogene Gesundheitsförderung sowie die Gesundheitsberichterstattung.

In einigen Bereichen sind wir in Leipzig traditionell sehr gut aufgestellt, wie zum Beispiel im Bereich der psychosozialen Versorgung psychisch Kranker, der von einem im Gesundheitsamt tätigen Psychiatriekoordinator unterstützt wird. In anderen Bereichen müssen wir nachlegen. Für diese Herausforderungen brauchen wir Nachwuchs: Hier arbeiten das Gesundheitsamt Leipzig und das Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Leipziger Universitätsmedizin beispielhaft schon langjährig zusammen, es gibt gemeinsame Vorlesungen, Seminare und Wahlfachangebote für die Medizinstudierenden. Sie dienen dem Ziel, schon früh Medizinstudierende für den öffentlichen Gesundheitsdienst zu gewinnen.

Ich wünsche Ihnen einen guten fachlichen Austausch zu wichtigen Forschungs- und Praxisthemen. Und ich lade die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von außerhalb ein, demnächst Leipzig als Stadt mit großer Kulturtradition, als Universitäts-, Musik-, Buch-, Sport- und Messestadt auch oder wieder einmal zu besuchen.

Prof. Dr. Thomas Fabian

Bürgermeister und Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Vielfalt
Schirmherr der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) 2021

Grußwort Prof. Dr. med. Andreas Seidler

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„der Sommer wird gut…“ – so heißt es in einem aktuellen Corona-Song unter Beteiligung unseres Salomon Neumann-Medaillenträgers 2020, Professor Lauterbach. Die Zeichen stehen derzeit auf schrittweise Rückkehr zur „Normalität“. Nachdem die DGSMP-Jahrestagung im letzten Jahr pandemiebedingt leider ausfallen musste, treffen wir uns dieses Jahr im virtuellen Format in Leipzig. Die Entscheidung für eine digitale Jahrestagung mussten wir bereits im Frühjahr dieses Jahres treffen, und ich denke, es war eine richtige Entscheidung. Auch bei sinkenden Infektionszahlen ist die Coronapandemie auf absehbare Zeit noch nicht vorüber, und ich will nun keineswegs beschwören, dass nach dem Sommer der Herbst kommen könnte…

Die DGSMP-Jahrestagung 2021 steht unter dem Thema „Das Soziale in Medizin und Gesellschaft – Aktuelle Megatrends fordern uns heraus“. Viele Megatrends – etwa Digitalisierung und Individualisierung – haben schon lange vor Corona begonnen. Die Pandemie hat diese Megatrends aber deutlich beschleunigt. Und auch wenn die täglichen Infektionszahlen in hoffentlich baldiger Zukunft ihren Platz im öffentlichen Raum verloren haben, werden Videokonferenzen und häuslicher Arbeitsplatz unsere ständigen Begleiter bleiben. Aber auch andere Megatrends – teilweise ein bisschen in den Hintergrund gedrängt – fordern uns sozialmedizinisch heraus: die Polarisierung der Gesellschaft und der Arbeitswelt (um die „Corona-Helden“ ist es ziemlich still geworden…), gesundheitliche Ungleichheit, die Globalisierung mit den Herausforderungen des Klimawandels, Urbanisierung und Global Ageing. Zu all diesen Themen wollen und müssen wir uns aus sozialmedizinischer und aus Public Health-Perspektive einbringen.

Ganz herzlich danken möchte ich an dieser Stelle unserer Tagungspräsidentin Frau Professorin Steffi Riedel-Heller mit ihrem Team – namentlich hier insbesondere auch Frau Antje Kramer – für die engagierte und versierte Vorbereitung der Jahrestagung. Herausgekommen ist ein hochinteressantes und hochaktuelles Programm.

Der Corona-Song endet nicht ganz überraschend: „Der Sommer wird gut – aber mit Einschränkungen“… In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sommer! Und ich freue mich auf eine zahlreich besuchte DGSMP-Jahrestagung im Herbst!

Herzliche Grüße

Andreas Seidler, Präsident der DGSMP

Grußwort Prof. Dr. med. Christoph Josten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention steht unter dem Motto „Das Soziale in Medizin und Gesellschaft – Aktuelle Megatrends fordern uns heraus“. Wissenschaftler und Praktiker aus ganz Deutschland diskutieren, wie tiefgreifende gesellschaftlichen Entwicklungen – sogenannten Megatrends, wie zum Beispiel die Digitalisierung, die demographische Entwicklung oder die Globalisierung – unser soziales Miteinander, unsere Gesundheit und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung beeinflussen.

Die Covid-19-Pandemie zeigt, wie schnell sich eine Erkrankung in einer globalisierten Welt verbreitet. Und die Pandemie macht gleichzeitig die überragende gesellschaftspolitische Bedeutung medizinischer Forschung und Praxis deutlich. Die Universitätskliniken als Krankenhäuser der Maximalversorgung, als Zentren der Forschung und Lehre sind dabei ein wesentlicher Kristallisationspunkt. Während der schweren zweiten Welle im Winter 2020/21 gehörte das Universitätsklinikum Leipzig bundesweit zu den Uniklinika mit der höchsten Fallzahl an behandelten Covid-Patienten. Das Universitätsklinikum in Leipzig hat in Westsachsen einen erheblichen Teil der mit der Pandemiebewältigung verbundenen Last übernommen. Aktuell sehen wir viele Patienten im mittleren Lebensalter mit anhaltenden Beschwerden nach durchgemachter Infektion. Wir haben deshalb eine interdisziplinäre Post-Covid-Hochschulambulanz etabliert, die wir aktuell eng mit einem Forschungsvorhaben des LIFE-Forschungszentrums zu den Spätfolgen von Corona verknüpfen. Dieses Forschungsvorhaben wird vom Freistaat Sachsen mit einer halben Million Euro bis zum Jahresende 2021 unterstützt. Die sozialmedizinische Dimension der Corona-Spätfolgen mit Arbeits- und Berufsunfähigkeiten deutet sich jetzt schon an und bedarf intensiver Diskussion.

Kritische Diskussionen und ein interdisziplinärer Austausch von Forschungsergebnissen sind die Grundlagen, den wissenschaftlichen Fortschritt zielgerichtet voranzutreiben. Deshalb sind Tagungen wie diese so wichtig. Die 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention wird vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) organsiert und findet vom 22.09. – 24.09.2021 digital statt. Die Entscheidung, die Organisation der Tagung an den Standort Leipzig zu vergeben ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis des Engagements von Frau Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller und ihrem Team sowie vieler Kollegen hier vor Ort, die im Universitären Zentrum für Versorgungsforschung (UZVF) und in der LIFE-Gesundheitsstudie im Rahmen bevölkerungsbezogener Forschung zusammenarbeiten.

Ich begrüße Sie ganz herzlich und wünsche der Tagung einen guten Verlauf.

Prof. Dr. med. Christoph Josten

Medizinsicher Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig

Grußwort Prof. Dr. med. Michael Stumvoll

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Kongressteilnehmerinnen und Kongressteilnehmer,

in der über 600-jährigen Traditionsgeschichte unserer Medizinischen Fakultät gab es schon viele tiefgreifende gesellschaftliche Entwicklungen, welche unser Leben, das soziale Miteinander und die Gesundheit unterschiedlich stark beeinflusst und verändert haben. Unter dem Tagungsmotto „Das Soziale in Medizin und Gesellschaft – Aktuelle Megatrends fordern uns heraus“ greift unser Leipziger Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) die gegenwärtigen Strömungen auf. In jüngster Vergangenheit haben wir erfahren, wie schnell und umfänglich sich die Universitätsmedizin Leipzig in all ihren Bereichen der Forschung, Lehre und Patientenversorgung auf umwälzende Einflüsse einstellen kann. Die COVID-19-Pandemie zeigt wie ein Brennglas die Bedeutung unseres Gesundheitssystems mit den Universitätskliniken als Maximalversorger und dem öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Der vom ÖGD geforderte Schulterschluss mit den Universitäten ist an unserer Medizinischen Fakultät schon seit zehn Jahren Realität, mit bundesweiter Vorreiterrolle.

Die Relevanz von bevölkerungsmedizinischen Aspekten von Krankheit und Gesundheit, zu denen am ISAP intensiv geforscht und gelehrt wird, wurde in der COVID-19-Pandemie besonders deutlich. Wer hätte gedacht, dass epidemiologische Häufigkeitsmaße – wie die Inzidenz – zum begrifflichen Allgemeingut werden und Public Health in aller Munde ist. Die Universitätsmedizin Leipzig – ihr virtueller Tagungsort - ist mit rund 50 Instituten, selbstständigen Abteilungen und Kliniken eine der größten Forschungseinrichtungen Sachsens. Viele Aspekte der psychosozialen Medizin, der Prävention und Versorgung von Zivilisationskrankheiten, wie zum Beispiel Diabetes und Adipositas, knüpfen an Leipziger Forschungsschwerpunkte an und finden sich im Tagungsprogramm wieder. Mit über 3.400 Studierenden ist die Fakultät die größte sächsische Ausbildungsstätte für Studierende der Human- und Zahnmedizin sowie der Pharmazie und seit diesem Jahr auch für Studierende der Hebammenkunde. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist uns in Leipzig ein genuines Anliegen und spiegelt sich in fakultären Programmen und Stipendien wider.

Die 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention bietet eine hervorragende Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen. Nachwuchswissenschaftler, führende deutsche Sozialmediziner, Epidemiologen und Public-Health-Experten sowie hochrangige internationale Keynote-Speaker – gemeinsam leisten Sie Ihren Beitrag, indem Sie Ihre Forschungsergebnisse teilen und diskutieren. In diesem Sinne begrüße ich Sie recht herzlich und wünsche Ihnen einen regen Austausch und gewinnbringende Ergebnisse. Ich bin überzeugt, dass Kongresspräsidentin Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller für Sie ein exzellentes Programm organisiert.

 

Prof. Dr. med. Michael Stumvoll

Dekan der Medizinischen Fakultät
Universität Leipzig